Das Ava Armband

Vorab: Nein, es ist keine Werbung, ich hab mir das ganze selber gekauft und hab auch noch die erste Generation von dem Armband. (Wenn Ava mir die zweite Generation gerne zum Testen schicken will bin ich da sofort dabei ;-))

Mein Fazit in aller kürze: Das Armband ist super, für Frauen mit Kinderwunsch, die ohne großen Aufwand ihren Zyklus zu überwachen. Die App ist einfach verständlich und leicht zu bedienen. Leider ist das ganze Teil nicht günstig und für die Verhütung nicht geeeignet.

Was ist Ava?

Ava ist ein Furchtbarkeitstracker, der ermittelt, wann deine fruchtbaren Tage sind und zu welchem Zeitpunkt eine Schwangerschaft am wahrscheinlichsten eintreten würde. Ava wird Nachts wie eine Uhr am Handgelenk getragen und wird Morgens dann mit der App synchronisiert.

Wie funktioniert das Armband?

Das Armband verfügt über einen Sensor, der am Handgelenk getragen wird und dabei neun Parameter misst. Diese werden von der App ausgewertet und es wird ein individuelles Fruchtbarkeitsprofil erstellt.

In der Kalenderübersicht zeigt Ava dir, wann der Eisprung stattfinden soll und wann deine Periode einsetzen soll. Wenn du schwanger werden möchtest, solltest du am besten kurz vor oder am Tag des Eisprung Sex haben. Zu diesem Zeitpunkt ist es am wahrscheinlichsten, dass die Eizelle auch befruchtet wird.

Ein Einblick in die Parameter der App.

Welche Parameter werden mit dem Armband gemessen?

Es wird gemessen:

Hauttemperatur
Die Hauttemperatur steigt zum oder kurz nach dem Eisprung um ca. 0,5 Grad an. Sie sinkt erst mit Einsetzen der Periode oder bleibt erhöht, wenn du Schwanger bist.

Ruhepuls
Der Ruhepuls ist in der Zeit nach dem Eisprung leicht erhöht (und würde auch während einer Schwangerschaft auf diesem Niveau bleiben). Ava hat zudem in Studien herausgefunden, dass der Ruhepuls zur Zeit des Eisprungs um durchschnittlich 2,1 Schläge pro Minute ansteigt.

Atemfrequenz
In der Zeit nach dem Eisprung ist die Atemfrequenz leicht höher als in der Zeit vor dem Eisprung.

Schlafqualität
Ava misst nicht nur wie lange man schläft, sondern auch den Anteil der verschiedenen Schlafphasen. Der Zyklus sorgt für Schwankungen in Schlafdauer, -qualität und -zusammensetzungen, die in die Auswertung einbezogen werden.

Herzfrequenzvariabilität (HRV)
Die HRV gibt Aufschlüsse darüber, wie gestresst man ist. Wenn Ava eine niedrige HRV-Rate anzeigt, dann deutet dies darauf hin, dass man weniger gestresst ist.

In der App werden Graphen für diese Werte dargestellt, die zeigen, wie sich die jeweiligen Parameter über den Zyklus verändert. So kannst du selbst deinen Zyklus besser kennen lernen und wiederkehrende Muster ausmachen.

Mehr Informationen zu den einzelnen Parametern und weitere interessante Hintergrundinformationen dazu findest du auf der Homepage von Ava: Ava und die Parameter

Meine Erfahrungen mit dem Ava Armband

Ich benutze das Armband nun seit November 2018 in Kombination mit Ovulationstests, um den Eisprung relativ genau bestimmen zu können. Nach dem sich das Armband auf mich eingestellt hat, stimmt der Eisprung relativ exakt mit den Ovus überein einen Tag in oder her kann jeden Zyklus sein. Das spricht für mich von der Genauigkeit des Armbands.

Egal ob du Androit oder iOS benutzt, die Oberfläche ist bei beiden übersichtlich und ähnlich gestaltet (siehe Bild oben). Du siehst auf den ersten Blick wie lange du geschlafen hast und was REM Phase ist und was nicht. In der App gibt es jeden Tag auch kleine Tipps oder Fakten über den Zyklus und alles was es zu wissen gibt rund ums schwanger werden.

Was mich an der ersten Generation stört, ist das man das Armband nur synchronisieren kannst indem man es an den Strom ansteckt. Drei Tage lang kann Ava Daten auf dem Tracker sammeln, danach muss synchronisiert werden, weil kein Platz mehr für neue Daten ist. Vergisst man dies werden die Daten für die folgenden Tage nicht mehr gespeichert.

Zudem muss man das Armband jeden Tag aufladen. Der Akku hält nicht länger als 1,5 Nächte und wenn man das Aufladen vergisst, schaltet sich der Tracker in der zweiten Nacht irgendwann ab. Die Daten sind dann unvollständig und können nicht richtig ausgewertet werden

Hier wäre es also schön, wenn Ava über einen größeren Akku und Speicher verfügen würde. Allerdings sind das auch oft die Komponenten, die dafür verantwortlich sind, dass Tracker entweder größer oder deutlich teurer sind. Ava ist momentan schon etwas größer als eine Uhr, trägt sich aber noch sehr angenehm und stört in der Nacht nicht beim Schlafen. Viel größer sollte das Gerät aber nicht sein und wenn man sich an die Routine gewöhnt, dann kommt man auch so gut zurecht. Das ganze soll mit der neuen Generation aber besser sein.

Ava Armband kaufen

Wenn du das Ava Armband kaufen willst, empfehle ich dir dies direkt beim Hersteller zu tun. Hier gibt es Garantie und du hast eine nAnsprechpartner bei Problemen.

Hier seht ihr das neue Armband.
Quelle: https://www.avawomen.com/de/bestellen/

Update: Ava 2.0

Seit kurzem gibt es das Ava 1.0 Armband nun nicht mehr zu kaufen. Wie schon oben gezeigt gibt es jetzt Ava 2.0. Das neue Band unterscheidet sich zunächst optisch deutlich vom Vorgänger. Es ist schmaler, der Sensor deutlich flacher und man könnte Ava nun tatsächlich mit einer Smartwatch verwechseln.

Ava 2.0
Auch geklaut von Ava ein Blick auf das neue Armband.

Verbessert wurde bei Ava 2.0 nicht nur die Optik, sondern auch der Sensor. Der neue Sensor ist noch genauer und ermöglicht es dadurch die fruchtbaren Tage noch besser zu erkennen.

Für die Verhütung ist auch Ava 2.0 leider nicht geeignet.

Mit Ava schwanger werden

ava armband eingabefelder

Ava ist dazu gedacht Paare mit Kinderwunsch zu unterstützen. Durch Messung relevanter Daten werden die fruchtbaren Tage bestimmt und zusätzlich kann man selber einige Informationen in der App eintragen.

Neben Informationen zur Periode, die wichtig sind, da sie Ava dabei helfen den Zyklus kennen zu lernen, kann man eingeben, wann man Sex hatte, ob und wo man Schmerzen hat, wie man sich fühlt, ob ein Schwangerschaftstest gemacht wurde und es ist Platz für individuelle Eingaben. Auch die Beschaffenheit des Zervixschleims kann man in der App hinterlegen.

Ava kann einem dabei helfen schneller schwanger zu werden: Paare, die wissen, wann der Eisprung stattfindet und zu diesen Zeitpunkt Sex haben, haben eine doppelt so hohe Chance tatsächlich schwanger zu werden.

Eignet sich Ava zur Verhütung?

Wie bereits gesagt, eignet sich Ava momentan nicht zur Verhütung. Es laufen jedoch die Vorbereitungen dafür, dass Frauen Ava bald auch für die Verhütung nutzen können

Warum sich das Ava Armband nicht zur Verhütung eignet?

Wenn du verhüten möchtest, ist die Sicherheit eines Zykluscomputers deutlich wichtiger als bei einem Kinderwunsch (du willst ja schließlich auch nicht „aus Versehen“ schwanger werden). Ava bestimmt pro Zyklus 5-6 fruchtbare Tage. Allerdings überleben Spermien in der Gebärmutter bis zu 5 Tage und die Eizelle ist etwa 24 bis 48 Stunden lang befruchtbar. So kommt man in einem normalen Zyklus auf 6 bis 7 fruchtbare Tage, wenn man ganz genau weiß, wann der Eisprung stattfindet.

Ava erkennt mit einer Genauigkeit von 89 Prozent nachweislich 5,3 fruchtbare Tage pro Zyklus (Die Genauigkeit des Algorithmus kann mit regelmässigen Zyklen höher, sowie mit unregelmässigen Zyklen tiefer, liegen).
(Quelle: Ava)

Die Genauigkeit von 89 Prozent mag auf den ersten Blick hoch erscheinen, ist aber für die Verhütung deutlich zu niedrig. Somit ist die Wahrscheinlichkeit bei Ava hoch, dass es noch weitere fruchtbare Tage neben den angezeigten gibt. Bei Verhütungscomputern werden in der Regel deutlich mehr Tage als fruchtbar angezeigt, damit alle fruchtbaren Tage sicher in dieses Zeitfenster fallen.

Wann solltest du Ava verwenden und wann nicht?

Laut Hersteller kannst du das Armband verwenden, wenn du:

  • einen regelmäßigen Zyklus hast (zwischen 24 und 35 Tagen)
  • an Endometriose leidest (es sei denn, die Verwachsungen sind so stark, dass kein Eisprung erfolgt)
  • stillst (Ava kann auch während der Stillzeit verwendet werden, wenn deine Periode wieder eingesetzt hat)

Du solltest Ava nicht verwenden, wenn du:

  • hormonelle Verhütungsmittel nimmst, wie z. B. die Pille (denn Ava basiert auf der Messung des schwankenden Hormonspiegels während deines Zyklus)
  • PCOS oder eine Hypothalamus ausgelöste Amenorrhoe hast (Ava wurde nicht für Fruchtbarkeitserkrankungen getestet, bei denen der normalen Eisprung verhindern wird)
  • eine Verhütungsmethode suchst
  • einen Herzschrittmacher trägst

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